Afrikatour   2007/2008   
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   Auchter Afrikatour 2007/2008
31.03.2008
Zeitraum: 19.02.08– 30.03.2008
Länder: Tanzania.

Am 20.02.08, Dienstag, genau 6 Monate nach unserem Start in Neu Ulm, gehen wir in Namanga über die Grenze nach Tanzania. Unser Ziel ist der Lake Natron beim gerade tätigen Vulkan Ol Donyo Lengai. Nach 20 Kilometer verlassen wir die befestigte Straße und fahren auf weicher Sandpiste, ab und zu von steinigen Passagen unterbrochen, durch Massailand in den Westen. Wir freuen uns über die weite, grüne Landschaft, in der es Blumen und viele Tiere – ganz umsonst! – zu beobachten gibt. Gegen 16 Uhr suchen wir uns einen Platz zum Buschcamp. Einige Zeit werden wir von 4 Giraffen bestaunt, die neugierig unsere Platzsuche beobachten.
Im Hintergrund der immer wieder schwarze Wolken ausstoßende „Ol Donyo“, im Vordergrund der Vollmond, der uns noch lange in der Nacht bei unserer Unterhaltung als Beleuchtung dient. tanzan29
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Vulkan Ol Donyo Lengai, Götterberg der Maasai vom Wölkchen „Puff“ bis zur beängstigenden Eruption.
Der Ascheregen des Vulkans erstreckt sich bis in den Ngorongoro Krater und in die Serengeti. Tiere und Menschen tragen, wie uns berichtet wird gesundheitliche Schäden davon.

Das Moivaro Lake Natron Tent Camp ist mit viel Liebe gebaut, es gibt Küchen, Toiletten, Dusch- und Empfangshütten, eine tolle Bar und im Kolonialstiel aufgebaute Zelte. Die Temperaturen sind wieder um 10° C gestiegen. Unser gesammeltes Feuerholz wird nun genutzt, um einen in Namanga gekauften Ziegenschlegel zu grillen und unser erstes Brot in der Brotbackform zu backen. Alles beide ist sehr zeitaufwändig und ein Tag geht vorbei wie im Flug.
Die Tour geht weiter aufs Escarpment.
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Storch Nimmersatt am Lake Natron
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Blühendes Gras im Camp
Da sich im Gelände auch Löwen aufhalten, sind die Maasaikrieger stets mit Stock und Speer bewaffnet. An unserem nächsten Übernachtungsplatz unter einem riesigen Baobabbaum gibt es Hyänen. In de Dunkelheit leuchten wir dann öfters das Gelände aus. Ein kleiner Maasai junge von ca. 8 Jahren traut sich zu uns her und schmiegt sich, wie angepasst an den Baumstamm. Den ganzen Abend bleibt er absolut still sitzen, schaut, was geht und freut sich später, auch von den leckeren Spaghetti mit scharfer Tomaten-Gemüse-Sauce zu essen. Kurz bevor es dunkel wird verabschiedet er sich und läuft zu seinen Ziegen, die noch in der Ferne weiden.
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Früchte des Baobab
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Chamäleon mitten auf der Straße
Am nächsten Morgen bringt er seinen Freund mit. Sie helfen beim Einpacken der Campingstühle und sind sehr neugierig auf Kamera und Sonnenbrille.

Soweit das Auge reicht – Gnus mit vielen kleinen Kälbern stets bei Mama. Zur Zeit halten sie sich im Süden der Serengeti auf, um ihre Jungen groß zu ziehen. Wir fahren nun weiter Richtung Ngorongoro Krater. Dabei begegnen uns Zebras, Trappen, seltsame Gänse, Straußen und natürlich Rinder- und Ziegenherden der Maasai jeweils bis zu 100 Stück.
Gnus, im Hintergrund Straußenschule – 38 halbwüchsige mit zwei erwachsenen Straußendamen als Aufsicht. Sie marschieren alle in einer Reihe. tanzan36
In Sonijo ändert sich wie so oft fast alles: Der Sonijostamm ist sesshaft, betreibt Ackerbau und ist westlich gekleidet. Sonijo und Maasai leben und arbeiten eng nebeneinander, wenn es auch zwischendurch zu Streitereien kommt, weil die Maasaiherden auf den Ackerflächen weiden. Die Grenze Kenias ist nun nicht mehr weit. Das letzte größere Städtchen Longido erweist sich als gute Einkaufsmöglichkeit mit nagelneuer Bank. Überhaupt ist die ganze Gegend sehr gepflegt, oft mit Solar auf den Dächern, gut bestellten Feldern und prima Sandstraßen.
Longido, ein fortschrittliches, sauberes Dorf mit Solarpanels und Schüssel tanzan37
Bis in die Nacht hinein ziehen an unserem nächsten Buschcamp Reihen von Gnus an uns vorüber, dabei wird der Himmel vom Wetterleuchten erhellt. Das ganze Spektakel ist fast unheimlich, da alles völlig lautlos zugeht. Am nächsten Morgen – in die entgegen gesetzte Richtung – zwei Stunden lang am Horizont hunderte von Gnus im Gänsemarsch zurück zu ihren Weideflächen. Auf der Fahrt zum Ngorongoro Nationalpark liegen an einem Wasserloch 13 voll gefressene Hyänen. Ab und zu holt sich ein Tier noch ein Stück vom Riss, den Rest überlassen sie den Geiern.
Hyäne mit Beute am Rande der Serengeti tanzan38
Um alle Gebühren zu bezahlen, suchen wir das Headquarter auf. Mit dem Officer diskutieren wir die Kraterkosten, er meint – „200 US sind doch nicht viel“ – erst als Bernd ihn fragt, was er denn im Monat verdient, beginnt er zu überlegen. Wir erklären ihm die Begriffe Individual- und Pauschaltouristen und Langzeitreisende und die dabei zur Verfügung stehenden Finanzen. Nun versteht er auch unser Problem: Viele, sehr teure Nationalparks in einem Land. Wir befolgen den Tipp: Essen gehen in der Lodge und anschließend im Auto verschwinden, erspart die Campinggebühr von je 30 US$. Ein weiterer Tipp: Wer nicht in den Krater will, geht in die Lodgen etwas trinken. Von deren Terrassen hat man den herrlichsten Blick nach unten. Wir entscheiden uns dann doch, um 6 Uhr mit Ranger und eigenem Auto in den Krater hinunter zu fahren, was wir keinen Augenblick bereuen. Das Morgenlicht ist herrlich, Zebras baden unbeschwert im Teich. Außer vielen anderen Tieren sehen wir zehn Löwen, ein Männchen sonnt sich stinkfaul auf der Straße – zur Freude aller Touris, die es früh aus den Federn geschafft haben.
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Zebramama mit Kind beim morgendlichen Bad
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Löwe beobachtet seinen Harem
Eine Thomson - Gazellenmama mit Baby überquert die Straße. Das Kalb schafft es nicht mehr und geht am Straßenrand in Deckung. Kurz danach schläft ein junger Schakal an der Piste im Schatten eines großen Steins. Die Hippos liegen wie graue Felsenhügel im Pool.
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Antilopenkälbchen stellt sich tot.
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Schakalbaby pennt volle Rohre
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Keine Kieselsteine – lauter Hippos!
Wir verlassen den Krater in Richtung Karatu und kommen am Ausgang mit 40 US$ Fahrzeugkosten davon. Deshalb verschwinden wir recht schnell, bevor jemand auf die Idee kommt, nach unseren Fahrzeugtonnen zu fragen. Im „Bushman Camp“ muss Bernd nach dieser langen Offroad Strecke mal wieder Auto checken und findet prompt eine gleich 2 mal abgescherte Halteschraube an der hinteren Blattfeder. Der Watchman marschiert mit ihm ins Dorf um Ersatz zu kaufen. Leider gibt es nur minderwertige Qualität, aber besser als nichts!
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Der Mann schläft nicht!
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Zyklonvorfilterfüllung: Reinster Staub
Aus der Ferne hören wir bis abends Gospelgesänge, die eine friedliche Stimmung verbreiten. Die Menschen sind sehr gläubig, auch Jugendliche gehen täglich in die Kirche. Am Abend ertönt Trommelmusik und Bernd ist nicht mehr zu halten. Am Schluss darf er ein Solostückchen mitspielen und meint dann: “Man merkt schon, dass ich schon lange nicht mehr getrommelt habe“. Für Maria war auch aus der Ferne klar – das war Bernd – der typische Break der Sunday Ngoma (Trommelgruppe in Ulm) war zu hören. Die Straße an den Lake Eyasi ist - wie so oft - von ganz schlimm bis gut. Im Schnitt 30 Stundenkilometer. Hier besuchen wir das Volk der Hadzabe. Um den See herum leben noch ca. 300 Familiengruppen verteilt, die je aus 3 bis 5 Personen bestehen. Jeden Morgen gehen die Männer ab ungefähr 6 Uhr zur Jagd. Die Familie, die wir besuchen, sitzt rund ums Lagerfeuer und wärmt sich von der kalten Nacht, dann geht’s los. Leichtfüßig und schnell verschwinden sie mit ihren Hunden im Busch. Nach ca. einer Stunde hat nur ein kleiner Junge Jagdglück – ein kleiner Vogel. Hoffentlich haben die anderen Jäger mehr Glück. Wir werden aufgefordert, das Schießen mit Pfeil und Bogen zu probieren. Wenn nichts geschossen wird, gibt es auch nichts zu essen außer anderen gesammelten Nahrungsmitteln wie z.B. kleine orange Beeren. Sie schmecken süß, sind jedoch im Mund ziemlich klebrig.
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Bernd beim Bogenschießen
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Hadzabe nach erfolgloser Jagd
Viele Kleinkinder sterben in der Regenzeit an Malaria. Ein Mittel dagegen liefert der Saft eines Baumes, mit dem sie sich einreiben. Ein anderes Heilmittel scheint die gekochte Aloe zu sein. Extremes Erbrechen besiegt die Krankheit – so wird uns erzählt. In der Nähe sprudeln 3 Quellen mit klarem Gebirgswasser. Wir füllen bei dieser Gelegenheit unsere Wasservorräte auf. Die Schüler einer ganzen Schule holen sich vor Unterrichtsbeginn hier in Kanistern oder Flaschen ihr Trinkwasser.
An der Quelle holen Schüler vor dem Unterricht ihr Trinkwasser tanzan49
Gerade als wir starten wollen, entdecken wir an der Straße den ein Mal im Monat stattfindenden großen Markt des Lake Eyasi. Den Leuten beim Schwätzchen halten, handeln und einfach nur Spaß haben zuzuschauen, macht uns großes Vergnügen. Oft verkaufen sie ihr Produkt und bringen das Geld sofort wieder unter die Leute.
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Erfolgreiche Verkaufsverhandlungen
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Abtransport von Ziegen mit dem örtlichen Verkehrsmittel
Gehandelt wird mit: Sisalseilen, Maasaidecken, Kleidung, Medizin – die soll hier besonders billig sein, Gemüse und Obst, Schuhsohlen und Schuhen, wichtig besonders auch „local Bier“ und „soft drinks“, Rindern, Schafen, Ziegen, die dann an Ort und Stelle zum Teil auch geschlachtet werden. Somit kann Fleisch gekauft und auch zubereitet gegessen werden. Wir erhandeln uns eine ganze Ziegenleber für 2400 TSh (etwas mehr als 1 €), die uns am Abend im Bushman Camp fürstlich schmeckt.

Auflösung des Rätsels vom Keniabericht: Was war es, bevor man es Maasaischuh nannte ? Lösung: Reifen von einem Geländemotorrad
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Sohlenauswahl: Reifen von Autos und Motorrädern
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Schuhanprobe. Verschiedene Auswahlkriterien für die Lebensdauer von 10 Jahren sind ausschlaggebend: Profil, Biegsamkeit, passen sie, sind sie auch chic?
Als Alternative zum Maasaicamp (viele Overländer) in Arusha entdecken wir inmitten der Bananen- und Kaffeeplantagen das Minicamp „Tengeru Cultural Tourism Programme“ + Camp von Mama Gladness. Die Zufahrt lässt allerdings nur normale PKW-Maße zu, wir passen mit unseren 2 m gerade so durch. Das Projekt unterstützt die Baumpflanzungen und örtliche Schulprojekte. Angeboten werden z.B. Führungen durch Kaffeeplantagen, Wälder des Mount Meru und Bootsfahrten auf dem Lake Duluti , an dem wir einen geruhsamen Sonntag Nachmittag verbringen.
Erfreulicher Weise funktioniert hier schon seit 1992 eine Biogasanlage problemlos. Um einen Haushalt von 4 bis 5 Personen zu versorgen, sind lediglich 2 Kühe + Elefantengrasanbau und ein spezieller Stall nötig. Einfachste Technik garantiert bei richtiger Fütterung der Kühe kostenloses Kochgas und Licht.
Ganz in der Nähe gibt es ein Tanzanite – Bergwerk. Der Edelsteinabbau schockt uns, denn von einem Tanzanier hören wir, dass kleine Jungs für eine Mahlzeit in schmale Schächte hinuntergelassen werden – oft sind es Waisenkinder. Für 10000 TSh könnten sie auch arbeiten, müssten dafür jedoch 12 bis 15 Stunden im Schacht bleiben. Kommen die Kinder wegen Erschöpfung zu früh herauf, wird ihnen nichts ausbezahlt und es gibt auch kein Essen.
Schreckliche Arbeitsbedingungen – Jugendschutzgesetze sind hier offensichtlich unbekannt oder man schaut einfach weg, schließlich rollt der „Rubel“ kräftig!
Am Montag geht es dann in Manfred Liekes T anzania F armers S ervice Center (TFSC) – Reparaturpark für Traktoren usw. an die Arbeit. Wir hoffen, ein guter Schweißer „brutzelt“ das Lenkgetriebe nun endgültig perfekt zusammen. Währendessen kocht Maria alles, was verarbeitet werden muss. Bernd nutzt die Grube und tauscht das Getriebeöl aus.
Am 11.03.08 brechen wir zu den Usambarabergen auf.

Bernd bereitet das Lenkgetriebe zum Schweißen vor. Der Fachmann grinst und wartet.
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Die hübsche, mit Liebe aufgebaute Campsite „Bellavista“ ist leider aufgegeben und verfällt. Schade!
Es geht ca. 1500 m in die Berge zur „Irentefarm“. Das ganze Gebirge wird landwirtschaftlich bestellt. Als Attraktion kann hier toll mit Roggenbrot, Tilsiterkäse, Quark usw. für 2 € gevespert werden. Eine feine Sache, nachdem man sich sonst wochenlang mit Weißbrot ernähren muss, sofern man keine Brotbackmischungen aus Deutschland dabei hat ;-)
Da hier oben die Regenzeit begonnen hat, kriechen die Moskitos vermehrt aus ihren Verstecken und schon ab 16 Uhr ist es an der Zeit, sich ordentlich mit Mückenschutz einzureiben.
Auf einem Berggrat hat sich die „Irente View Cliff Lodge“ niedergelassen. Am Viewpoint kann bei einem kühlen Getränk die komplette Maasaisteppe überblickt werden. Daneben das verlassene „Bellavista – Camp“. Es kommen wohl keine Gäste mehr. Somit verfällt ein mit viel Liebe gestaltetes Minicamp. Der Balkon beträgt 1 m² und liegt direkt über dem Abgrund – Bernds Lieblingsplatz. Auf dem Weg zum Indischen Ozean nach Tanga , sind unzählige Sisalfelder in verschiedenen Entwicklungsstadien zu sehen. Um etwas über die Produktion zu erfahren, biegen wir kurzerhand bei „KATANI Sisalproduction“ ab. Dort ist der Manager bereit, uns durch die Anlage zu führen. Die Nachfrage ist so groß, dass die Firma mit der Produktion kaum nachkommt, deshalb steht eine Expansion bevor. (Vor 3 Jahren hatten Kunststoffseile noch Oberhand)
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Unzählige Sisalpflanzen, bei der Ernte werden höchstens 3 Reihen Blätter abgeschnitten
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Sisalernte mit modernsten Fahrzeugen
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Sisalfasern von den maschinell abgeschälten Blättern beim Trocknen (Handarbeit)
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Pflanze und Beispiel eines fertigen Seils
Ein absolutes Novum: Die erste computergesteuerte Biogasanlage der Welt in Verbindung mit der Sisalproduktion. Ertrag: 350000 KWh! Aus den kühlen Usambarabergen ist Tanga, („Kiboko“ Camp und Restaurant viel und gutes Essen) ein Hitzeschock. Es ist so schwül, dass uns schon morgens um 8 Uhr der Schweiß ausbricht.
Dieses riesige, süße aber äußerst klebrige Ding wird uns als „Jackfruit“ verkauft tanzan60
Wir freuen uns deshalb, in Peponi (17 km nördlich von Pangani ) zwar dieselbe Wärme, jedoch schönen Meerwind vom Indischen Ozean anzutreffen. Mit Harry und Silke, ein in Namibia lebendes Paar, planen wir unsere gemeinsame Namibiareise mit unserer Tochter und Freunden.
Die nächsten Traveller, Familie Schmidt trifft ein, und das Fachsimpeln über Routen, Computer und GPS beginnt.
Bei Annabel nebenan ist zeitlose Kleidung, sogar auf Maß, zu erstehen und sie bietet schnelles Internet sogar über WLAN.

Wenn Ebbe einsetzt, stehen die Mangrovenwurzeln frei und ein kleiner Marsch dorthin ist eine willkommene Unterbrechung vom Lesen, auch vom Fisch, Krabben und Langusten (je Stück ca. 1 €) braten, waschen und „Schwätzle“ halten.
Wir durchwaten dabei kleine, übrig gebliebene Tümpel. Mit einem Satz sind wir wieder draußen, denn das Wasser ist so heiß, dass man sich die Füße darin verbrennen kann!
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Mangrovenwald bei Ebbe
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Mangrovenblüte
Am Nachmittag steigt bei starkem Wind der Meeresspiegel an. Jungs treiben ihre selbst gebastelten Spielzeugdhows mit Segel durchs Wasser. Im Dorf bauen die Zimmerleute aus Mangobäumen und den für sie perfekt gewachsenen Mangrovenhölzern die Schiffe.
Dabei denken wir wieder mal an eine Freundin, die hier nach einem Schiffsuntergang Richtung Zanzibar 40 Stunden lang im Ozean trieb. Ein Bad im Meer ist weniger erfrischend, es hat Badewannentemperatur.
Nachts ertönen die Schreie der „Buschbabys“. In unserem Baum knackt und rauscht es, er ist der beliebte Durchgang für allerlei Getier.
Peponi Beach Temperaturen: tagsüber 32°C, nachts bis 29° tanzan63
Wir nennen die Küstenroute nach Dar Es Salaam Kohlenstraße. Die Bäume werden direkt an der Straße gefällt, zu Holzkohle verarbeitet und am Straßenrand zum Verkauf angepriesen. Das „Silversand – Camp“ ist leider – wie bei unseren Stammtischfreunden zu lesen ist, heruntergekommen. (wer einen unterhaltsamen Bericht über Tanzania lesen möchte, schaue hier nach: www.afritracks.de).
Die besseren Camps liegen an der Südküste der Stadt. Einige Stunden Wartezeit an der Fähre müssen meist einkalkuliert werden, wenn man dahin möchte oder man wählt den 40 km langen Umweg über die Straße.

Zwar sind die verlassenen Stätten der Deutsch Ostafrikanischen Kolonialzeit am Verfallen wie z.B. Geman Boma und Deutsche Post, aber das Städtchen Bagamoyo ist gerade dabei, zu erwachen. Es war die ehemalige Hauptstadt Deutsch – Ostafrikas. Die Hauptstraße ist neu gepflastert. Entlang dieser Straße haben sich einige Künstler mit z. T. bemerkenswerten Arbeiten niedergelassen. Ebenso sind Holzhandwerker an verschiedenen Stellen der Stadt vertreten und bearbeiten mit Hacke, Stechbeitel und selbst gebauter Drechselbank „Kiloholz“. Ebenholz wird so genannt, da es als einziges Holz ein höheres spezifisches Gewicht als Wasser hat und deshalb untergeht.
Maria findet hier bei einem Schnitzer ihre 2 Maasailieblingsfiguren, die er für sie an einem Tag vollends fertig stellt.
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Das „German Boma“ in Bagamoyo, Ein ehemaliges deutsches Verwaltungsgebäude
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Grabinschrift auf dem Deutschen Friedhof: Hier ruht in Gott der Unterlieutenant z. See MAX SCHELLE von S.M.Krz. „Schwalbe“. 24 Jahre alt fiel er am 19. Mai 1889 beim Sturm auf die befestigte Stellung bei Bagamoyo, Allen Voran, der erste im feindlichen Lager.
An der Imbisstube in der Stadt begrüßt uns Achim, der nach 6 Jahren Ulm wieder in Bagamoyo lebt. Er ist einer der Mitbesitzer der „Traveller Lodge“. Die Fischer kehren mit ihrem Fang zurück und die hübsche Imbissbudenbesitzerin kauft ihm sämtliche Tintenfische für einen Spottpreis ab.
Die Imbissbude mit den „größten Hamburgern in Bagamoyo“ gehört dieser hübschen Afrikanerin, Ehefrau eines Texaners mit einem fürchterlichen Slang. Sie präsentiert uns ihr Tintenfischschnäppchen. tanzan66
Dhow = Fischerboot tanzan67
Beim Besuch der Katholischen Mission am Karfreitag klingt aus der ältesten ostafrikanischen Kirche wundervolle Musik. Wir sind sehr beeindruckt, denn ein Dirigent beherrscht den vierstimmigen Gesang der komplett gefüllten Kirche. Ein Chor ist überflüssig, die Gemeinde ist der Chor.
Das Museum versetzt uns in die Zeit des Sklavenhandels, der Missionsarbeit und der deutschen Kolonialzeit. Der Sklavenzug führte vom Tanganjikasee bis Bagamoyo 1200 km quer durch Ostafrika. War einer von ihnen zu schwach um weiterzugehen, wurde er sofort ermordet und aus der Kettenreihe entfernt. Freie Karawanenträger nannten die Stadt „Bwagamoyo“ = „wirf alle Lasten weg“. Doch die Sklaven tauften sie „Bagamoyo“ = „wirf dein Herz weg, es gibt keine Rettung mehr“ . Denn waren sie erst einmal auf dem 30 km entfernten Zanzibar angekommen, gab es für sie kein Zurück mehr vom Sklavenmarkt der arabischen Welt.
Während der deutschen Kolonialzeit konnten Sklaven mit Hilfe eines Freibriefes freigekauft werden. Viele dieser Menschen wurden von der Mission auf diese Weise gerettet und versorgt.
Die arabischen Einflüsse sind heute noch an den kunstvoll geschnitzten Türrahmen der alten Häuser zu sehen.
Sklave Mtanukke, No.2520 hat am 29.03.1905 durch Freikauf seitens der Katholischen Mission hier seine Freiheit erhalten. Bagamoyo, Das Kaiserliche Bezirksamt, Unterschrift tanzan68
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Neben den untätig herumsitzenden Männern bei Dar Es Salaam beobachten wir viele schwer schuftende Afrikaner auf Fahrrädern, die schwerste Lasten transportieren. Überhaupt ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel Nr. 1. Die Hauptverbindungsstraßen sind prima ausgebaut, und wer kein Auto hat, benutzt dann natürlich ein Fahrrad, sofern man hat. Auch der Maasai radelt gerne auf Asphalt.
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In der Stadt besuchen wir das Nationalmuseum, in dem u.a. 3,5 Mio. Jahre alte Fußabdrücke aus dem Georgetal (Ngorongoro – NP) gezeigt werden. Eine Künstlerin aus Bagamoyo stellt z.Z. eindrucksvolle Schnitzarbeiten aus.
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Neueste Errungenschaft des Museums Dar: Überlebensgroß geschnitzte Maasaifiguren aus einem Ebenholzstamm
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Maria „gefangen“ in einer Riesenmuschel
Am 23.03.08, Ostersonntag erreichen wir vor dem Mikumi Nationalpark das großzügige Areal des „Melela Mzumi Camp“ – leider ohne funktionierende Dusche und WC. Ein Rover - Pickup rauscht unter Gejohle der Leute herein. Uns wird’s etwas mulmig, deshalb geht Bernd zur „Sichtung“ der Lage. Der arabische Besitzer ist auf Jagd hier und schenkt uns kurzerhand den Schenkel eines Impalas. Es dauert noch 2 Stunden, bis das Tier zerlegt ist. Nun wird das Fleisch fachmännisch mit gewetztem Messer auf unserem Campingtisch vom Knochen befreit, denn unsere Kühlbox wäre dafür zu klein. Die Durchfahrt des Mikumi Nationalparks ist kostenlos.
Impalas tanzan75
Wir fahren durchs landschaftlich reizvolle Baobabvalley zum „Baobabcamp“. Seit 1 ½ Jahren ist es unter neuer Leitung, wunderschön hergerichtet, mit Bar direkt am Ruahariver, der gerade Hochwasser führt. Baobabs (Affenbrotbäume) gibt es in allen Größen und Formen. Bernds Maasai- Verteidigungsmesser wird von einem netten Maasai, nun in weißen Sandalen, mit Sand geschliffen. tanzan76
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Der Maasai zeigt Bernd, wie man mit hiesigen Mitteln (Sand) eine wertvolle Klinge blank schleift.
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Die Maasai kleiden sich anders als im Norden Tanzanias und in Kenia: Weiße Sandalen, blauweiße Tücher und andersartigen Schmuck.
Die Zufahrt zum Ruaha Nationalpark ist neu gerichtet und so geht die 130 km lange Fahrt flotter voran als gedacht.
Da es heftig geregnet hat, durchqueren wir Flussbetten und einige riesige Pfützen, in denen das Wasser steht. Das Gras steht hoch und die Tiere verschwinden oft bis zum Bauch darin. Nun passiert uns genau das, was wir unbedingt vermeiden wollten. Auf einer Biegung des Weges zur „Campsite Nr. I“ links und rechts mit Hecken bewachsen, steht Wasser. Wie schon oft, wollen wir vorsichtig hindurchfahren, plötzlich bricht ein Rad ein und eine große Bugwelle schwappt hoch. Bei der Weiterfahrt steigt die Wassertemperatur an. Bernd steigt trotz Verbot im Nationalpark aus, um nachzusehen. Kühler defekt und ein Flügel des Ventilators ist abgebrochen! Da wir nicht weit vom Maingate entfernt sind, schleichen wir dort hin. Hier zur Reparatur stehen zu bleiben ist uns nicht erlaubt, so kommt noch ein riesiger Straßenscraper am Abend und schleppt uns eine Stunde lang durch die Nacht zu einem Camp neben dem Headquarter. Der nächste Tag wird „Reparaturtag“:
Ausbau, hektisches Gestikulieren des Mechanikers, Vorschlag, den Kühler mit Sekundenkleber zu kleben wird von Bernd strikt abgelehnt, besser im 130 km entfernten Iringa zu löten, Bernd + Kühler + Fahrer + 2 weitere Fahrgäste nach Iringa – wo Bernd sich über die unsaubere Arbeitsweise des Handwerkers ärgert – der dann doch klebt.
Am nächsten Tag Einbau und Test, email an Erich Christ, den wir schon ärgerlich vor uns sehen: „Aufpassen, ich hab’s euch doch gesagt!“ – und Rückfahrt nach Iringa.
Busstop: Um sich zu versorgen, muss man nicht mal aussteigen. tanzan79
Im „Old Farmhouse Kisolanza“ baut Bernd den noch undichten Kühler nochmals aus, um ihn nun ordentlich mit einer zerschnittenen Aluthermosflasche, ein Geschenk seiner Schüler, ein zweites Mal zu flicken und zu kleben. Tipp: Viel guten Kleber einpacken!
Bernd beim Kühler kleben tanzan80
Wie wir schon von Freunden (www.kirn.afritracks.de ) hörten, ist die Anlage ein wirkliches Schmuckstückchen, mit Versorgung an Naturalien und tollem Essen, Bandas und abgetrenntem Overlanderstellplatz. Es ist zwar gerade nicht so kalt, aber regnet dafür den ganzen Tag. Als kurz die Sonne scheint, verlassen tausende geflügelte Termiten die Erde, viele werden sofort Opfer von den schon wartenden Vögel und Eidechsen. Sie verlieren rasch ihre Flügel, paaren sich und versuchen, sich schnellstmöglich in die Erde zu graben.
Weiter geht es am 29.03. Richtung Mbeya nach Tukuyu. Da es weiterhin in Strömen gießt und alles in Nebel eingehüllt ist, fahren wir am Abzweig zum großen Kratersee „Porotocrater“ vorbei und campieren im „Lutengano Monrovia Center“, 10 km südlich von Tukuyu, direkt in den Bananen und Teeplantagen. In der Nacht regnet es weiter und so langsam versumpfen wir in der Wiese. Am Malawisee erhoffen wir uns wieder „afrikanisches Wetter“.
Alles Banane oder was? Sammelstation in Tukuyu zur Abholung mit dem LKW tanzan81
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Anhang:

Einreise nach Tanzania über Namanga: Visum 50 US$ p.P. Grenzübertritte Kenia - Tanzania 3 Monate lang möglich! Einreisestempel Pässe im Immigration Office keine Kosten

Carnetstempel nebenan

Roadtax bis Arusha 15 US$ und Nachzahlung bis Mwandenga 77 US$ übrigens gibt es ein Monatspermit für 25 US$
Währung:  
1 € = 1693 TSh (Tanzanische Schilling). ATM max. 400 000 TSh
1US$ = ca. 1154 TSh
Dieselpreise: ca. 1550 TSh pro Liter
Die Eintrittspreise für Parks:
Lake Natron: 15 US$ p.P. + 20 US$ für KFZ bis 2 t, darüber 150 US$ (Bremach geht unter 2 t durch!)
Arusha N.P. 35 US$ p.P. + 40 US$ für KFZ + Campinggebühr. Besser außerhalb campen – vor Maingate links oder Meru View Lodge
Ngorongoro N.P. 50 US$ p.P. + 40 US$ für KFZ (schwerere KFZ 110 US$, Crater pro KFZ 200 US$ p. Tag) Camp 30 US$ p.P. In die Serena Lodge zum Abendessen gehen und dort im Auto übernachten.
Bagamoyo Museum Catholic Mission: 1500 TSh p.P.
Nationalmuseum Dar 6000 TSh p.P.
Ruaha N.P. 20 US$ p.P. + 40 US$ für KFZ bis 2 t + Campinggebühr (evtl. wie im Ngorogoro versuchen)
PS.: Nach Diskussion ging unser Bremach immer als Landcruiser oder Landrover – ähnliche Größe durch! Größere Fahrzeuge sind z.T. erheblich teurer.

Bei Straßenkontrollen wurden wir nie kontrolliert, allerdings Messungen mit Radarpistole möglich.
Achtung, Achtung, Achtung: In ganz Tanzania viele oft nicht gekennzeichnete Bumps besonders vor und nach Dörfern, Brücken, Bushaltestationen, Schulen...!!!!

Übernachtungskosten: Zwischen 5 bis max. 10 US$ p.P. und Nacht (Auto frei)

Ausreise aus Tanzania durch Mwandenga: Roadtaxnachzahlung s.o.

Langzeiteinstellmöglichkeit für Fahrzeuge und viele aktuelle Infos: www.dt800.de
Die Temperaturen ca. 20 – 27° am Tag, nachts ca. 16 – 20° C im Bergland
  ca. 30 – 33° am Tag, nachts ca. 28 – 29° C Indischer Ozean
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Weitere Reisen:

Namibia 2010/11   

Mozambique 2010