Afrikatour   2007/2008   
und weitere Reisen
 
Wichtige Infos für Traveller am Schluss eines jeden Reiseberichts
   Auchter Afrikatour 2007/2008
05.07.2007
Zeitraum: 20.04.08– 28.04.2008
   
Länder: Zambia.
   
Kennt ihr dieses Ding (ca. 6 bis 8 cm im Durchmesser und etwa 30 cm lang)?


Le.........
slowferry
Nach Malawi erscheint uns Zambia ein teures Reiseland zu sein, andere Reisende meinen, das teuerste im südlichen Afrika. An der Grenze ist das Visawaver (14 Tage visafreier Aufenthalt) seit Februar d. J. abgeschafft. Damit konnte eine Lodge ein Gastgesuch an der Grenze abgeben und der Besucher hatte 14 Tage freien Aufenthalt, ein Reentry – Visum gibt es ebenfalls nicht mehr. Nun kostet das Visum 50 US$. In Chipata decken wir uns zunächst mit 1 Million!! Kwacha ein (ca. 200 €). Wie man sieht, wird aufgrund der Inflation mit großen Summen gerechnet. Beispiel: 1 Bier 7000 bis 15000 Kwacha, eine Melone 2500 Kwacha. Nach der Grenze begegnen uns sehr freundliche, zurückhaltende und relativ wenig Menschen, kaum Autos, wahrscheinlich ein Ergebnis des hohen Benzinpreises. Die Ausstattung der Camps verbessert sich in Zambia zusehends.
Handgemalte Werbung in Chipata slowferry
Ein guter Ausgangspunkt in den „South Luangwa Nationalpark“ stellt das „Mama Rula Camp„ dar. Hier sind immer Traveller auf der Durchfahrt stationiert, z.Zt. 3 junge Individualreisende, ein Mädchen alleine mit dem Fahrrad! Außerdem ein Overlander – ein großer Reisetruck (Panorama LKW), der meistens 10 bis 15 Personen ausspuckt, die – klack, klack, klack – schnell Tische, Stühle, Küche und Igluzelte aufklappen, mit Geschirr klappern und oft in wenigen Wochen durch halb Afrika düsen. Ab und zu starten sie schon morgens um 5 Uhr, um lange Strecken zu bewältigen. Manchmal gibt’s Musik, was wir auf unserer Reise nur einmal erlebt haben. Eine recht gute Möglichkeit für junge Leute, günstig, schnell und unterhaltsam zu verreisen. Am 22.04. suchen wir am „South Luangwa Nationalpark“ zunächst das „Flatdogs (= Krokodil) Camp“ auf. Ein wunderschöner Platz mit Grillstellen, grunzenden Hippos im Fluss, kleinen frechen Affen, Bar, Swimmingpool, Restaurant, gepflegten Sanitäranlagen und sogar Internet. Zum Nachmittags – Gamedrive starten wir um 15 Uhr. Da die Regenzeit gerade vorüber ist, zeigt sich der Park mit vielen Pools und in üppigem Grün. Im zugewachsenen Park müssen wir auf Entdeckungstour gehen, um die Tiere zu finden
slowferry Waran ca. 1m lang
Kudubulle mit Madenhackervögeln slowferry
slowferry Hippo im „Schlaraffenland“
Die seltenen Wilddogs slowferry
slowferry Kingfisher
Ganz anders im Sommer und Herbst. Der Luangwa führt z. Zt. noch sehr viel Wasser. Ein Highlight ist für uns das Beobachten eines Rudels von Afrikanischen Wildhunden, den „Wilddogs“. Jedes Tier hat eine andere Fellfärbung mit weißen, braunen, gelben und schwarzen Flecken. Sie sind nicht mit Hunden und Hyänen verwandt. Da sie riesige Territorien beanspruchen, kamen sie den Farmern ins Gehege und wurden rücksichtslos abgeschossen. So wurde der Wilddog nach dem Abessinischen Wolf das am stärksten gefährdete Raubtier Afrikas.

Abends kommen die Hippos aus dem Fluss und grasen beim und im Camp. Man benötigt deshalb hier keinen Rasenmäher – wie praktisch. Auf der holprigen 110 km langen Rückfahrt nach Chipata zur „Dean’s Hill
Dr. Yelliya freut sich auf Audienz slowferry
View Lodge“, fallen uns nochmals die tipp topp gerichteten Häuser und blitzsauberen Höfe der Farmer an den Baumwoll – und Maisfeldern auf. Auf diese Art sind die Anwesen einmalig. Kleine meist handgemalte Schilder an der Straße informieren über Name und Beruf des Besitzers

Da wir uns einige Tage am schönen Malawisee vertrödelten und im Mai in Namibia sein wollen, um uns mit unserer Tochter und Freunden zu treffen, muss unsere weitere Reise straffer durchgezogen werden.
Nach ca. 400 km, an denen praktisch keine Nebenstraße von der Hauptverbindung Chipata – Lusaka abzweigt (die wenigen Ansiedlungen befinden sich direkt am Rande des Highway) taucht die Luangwa – Hängebrücke auf. Wir stoppen nicht zum Fotografieren, denn wir wissen von Freunden, dass die Wächter dort großen Ärger machen. Da es noch früh am Nachmittag ist, verlassen wir das „Luangwa Bridge Camp“ sofort wieder, nachdem Bernd für ein Getränk 15000 Kwacha zahlen muss, ein Menü 100000 ZMK kosten würde. Wir fahren deshalb noch die restlichen 260 km auf einer Topstraße nach Lusaka aufs „Eureka Camp“.
Immer wieder stoppen wir an den vielen Polizeikontrollen, meistens werden wir freundlich durchgewunken. Nur ein mal möchte man die Versicherung, Fahrerlizenz und Carnet de Passage sehen. Ein Beamter will eine „Erinnerung“ und unsere Palmfrucht behalten. Wir protestieren, das sei unsere einzige und mit dem Hinweis, wir kommen vielleicht noch mal zurück, da das Land so schön ist, wünscht er uns eine gute und sichere Fahrt - ohne Geschenk. slowferry
Wir freuen uns schon auf das Nationalmuseum in Lusaka, was sich als eine herbe Enttäuschung herausstellt. Von außen ein Topgebäude, aber innen alle Bilder verblichen und alt, nichts wird renoviert oder ansprechend dargestellt. Dagegen ist der jeden letzten Samstag morgen stattfindende kunsthandwerkliche Freiluftmarkt der „Dutch Reformed Church“ ein wirklicher Genuss und nur zu empfehlen. „Schwarz“ und „Weiß“ kaufen und verkaufen alle Arten von selbst gemachten Produkten und Kunsthandwerk. Dazwischen sitzt man gemütlich beim Kaffee, die Stimmung ist sehr locker und leger.

Bernd meint immer wieder, hier könnte er sich „dumm und dusslig“ kaufen. Es bleibt dann bei einem Körbchen aus gebrauchten Kronkorken, Kunstpostkarten und einem Wandbild.
slowferry Lusaka Rushhour
Alles aus gebrauchten Kronkorken slowferry
slowferry Buschmann aus Stahlblech ca.40 cm hoch
Vor dem liebevoll ausgestalteten Tongamuseum in Choma liegen Stahlkugeln mit ca. 2 m Durchmesser, die beim Staudammbau des Karibasees, damals der größte Stausee der Welt, eine besondere Rolle spielten. Hierzu die Erzählung des Museums - Watchmans:

Vor Beginn des Staudammbaus ca. 1951 bis 1955, musste das Urwaldgelände durch Caterpiller gerodet werden. Dabei stießen sie auf 15 m lange Schwarze Mambas. Diese stellten sich auf, griffen Fahrer und Maschinisten an und bissen sie vorwiegend in Kopf und Schulterbereich. So verlor die Firma bis zu 1000 Männer. Ein englischer Ingenieur dachte sich deshalb die Rodung mit diesen Stahlkugeln aus. Drei Kugeln mit jeweils 2 drehbahren Ösen wurden miteinander verkettet und links und rechts von je einem Caterpiller gezogen. Damit wurde alles niedergewalzt. Erst kürzlich war der Erfinder in Choma beim Museum.
slowferry Riesenstahlkugel zur Rodung des Urwalds
Zur „Schwarzen Mamba“:
Sie ist die schnellste Schlange der Welt, hochgiftig, kann sich locker 2 m hoch aufrichten und meterweite Sprünge vollführen auch von Baum zu Baum. Die graubraune Schlange hat ihren Namen von der schwarzen Färbung ihres Rachens. In Livingstone kommen wir erst bei Dunkelheit an, da das letzte Straßenstück mit Löchern übersät ist und nur noch sehr langsam gefahren werden kann. Das „Waterfront Camp“ ist fast voll belegt.
Am Morgen wecken uns die Hubschrauber und Ultraleichtflieger, die ganz in der Nähe des Camps starten und landen. Wir besuchen eine Krokodilfarm und lassen uns am Abend auf dem Sambesi bei Getränken und Dinner auf dem Fluss herumschippern.
Auf der Krokodilfarm slowferry
Da der Sambesi Hochwasser führt, gibt es keine Großwildtiere zu sehen. Die Wassermassen der Victoriafälle stürzen so gewaltig in die Schlucht, dass die Gischt die Sicht oft vernebelt – Das Ganze ist ein Erlebnis für alle Sinne, kaum mit Worten zu beschreiben, deshalb hier die Bilder:
slowferry slowferry
Die Victoriafälle bei Hochwasser
slowferry slowferry
Wir fahren nur 14 km weiter aufs „Noname Camp“ mit Trabbi am Eingangstor, eine gemütliche Anlage mit „Deutsch – Ambiente“ und Bierbar, die mit unzähligen Sammlerstücken ausgestattet ist. Das wireless Internet ist eine Rarität in Afrika, alle Anwesenden sind begeistert und regeln ihre Internetaktivitäten.

Am 28.04. erreichen wir die Grenze bei Wenela. Eine neue Brücke überspannt den Sambesi und verkürzt den Grenzübertritt erheblich. Die Ausreiseformalitäten sind in 15 Minuten erledigt.
Auflösung des Rätsels:

Frucht des Leberwurstbaumes
slowferry
slowferry Eingangstor des „Noname Camps“

Adieu Zambia

   
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Anhang:

Einreise nach Zambia
Chipata: Visum p.P. 50 US$.

Straßengebühren: Autocarbontaxe
50000 ZMK (Kwacha) Motorrad, KFZ bis 1500 ccm
100000 ZMK KFZ 1501 bis 2000 ccm
150000 ZMK K KFZ 2001 bis 3000 ccm
100000 ZMK KFZ 1501 bis 2000 ccm
200000 ZMK KFZ für mehr als 3000 ccm
Gültigkeit 1 Kalenderjahr  
Keine Nachfrage nach Versicherung


Währung:
1 € = 5500 ZMK (Zambische Kwacha).
1US$ = ca. 3306 ZMK. ATM in größeren Städten mit Visakarte
Dieselpreise: ca. 6500 bis 7079 ZMK pro Liter,
Die Eintrittspreise: ca. 6500 bis 7079 ZMK pro Liter,
South Luangwa N.P.: 30 US$ p.P., KFZ 15 US$
Lusaka National Museum: 8000 ZMK p.P. – nicht zu empfehlen!
Tonga Museum: freier Eintritt
Victoriafälle 10 US$ p.P., KFZ 3 US$
Bootsfahrt auf dem Sambesi 45 US$ p.P. all inclusive
Häufige Polizei-Checkpoints ohne Probleme

Übernachtungskosten: Zwischen 20000 ZMK bis max. 25000 ZMK p.P. und Nacht (Auto frei)

Ausreise aus Zambia über Wenela und Katima Mulilo: Keine Kosten Die Temperaturen ca. 25 – 35° am Tag, nachts ca. 16 – 20° C
Die Temperaturen ca. 25 – 35° am Tag, nachts ca. 16 – 20° C
   
   
Sehr gute Reiseliteratur: Hupe/Vachal: Zambia und Malawi, ISBN 3-932084-32-2 + aktuelle Infos: www.hupeverlag.de
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